Nur Bäume umarmen reicht nicht!

Die Bedeutung von Nachhaltigkeit im Alltag – und damit auch im Alltag an der Hochschule – wird heute von niemandem mehr bestritten. Obwohl Mülltrennen, Papier sparen und weitere grundlegende Maßnahmen längst zum Standard-Repertoire auch der Hochschulen gehört, bleibt ein umfassender Prozess, der alle Hochschulangehörigen umfasst, zumeist aus. Obwohl es das Netzwerk nachhaltiger Universitäten gibt, bleibt dies auf wenige Hochschulen innerhalb eines Hochschulsektors beschränkt. Was notwendig ist, ist ein flächendeckendes Vorgehen auf systemischer Ebene.

Nachhaltige Hochschulen

 

Dem Ziel, Hochschulen nachhaltig zu gestalten, kann sich heute niemand mehr verwehren. Die Frage ist vielmehr, wer und wie eine solche Entwicklung geleitet und vorangetrieben werden kann und soll: Für einen umfassenden Anstoß ist es unerlässlich auch die Student_innen in den Prozess mit einzubinden. Als zahlenmäßig größte Gruppe an der Hochschule können sie nicht nur ihre Erfahrungen aus dem Alltag, sondern auch ihre Expertise in dem Bereich einbringen. Hochschulinterne Kick-off-Veranstaltungen, Arbeitsgruppen unter Beteiligung der Student_innen, Kongresse und Vernetzungstreffen können Teil einer solchen, langfristigen Strategie sein.
Nicht losgelöst davon ist die inhaltliche Ebene zu betrachten: Nachhaltigkeit beinhaltet immer die soziale, ökologische und ökonomische Dimension. Weiter gedacht bedeutet das, dass ökologische Grundsätze nie nur von ökologischer Seite betrachtet werden dürfen – auch weitere Komponenten fließen ein und müssen mitgedacht werden.

Nutzung digitaler Medien

Es gibt bereits einiges an Voraussetzungen dafür, Inhalte digital zu nutzen und Student_innen zur Verfügung zu stellen. Auch wenn es immer wieder Fortbildungen für Lehrende gibt, wie sie online-Plattformen weiter nutzen können, so ist vielen nach wie vor immer noch nicht klar, wie, in welchem Ausmaß und unter welchen Umständen Lehrmaterialien wo und wie hochgeladen werden dürfen und können.
Mit einher geht hierbei auch die Frage, wer Zugang zu digitalen Ressourcen hat: Staatlich finanzierte Forschung wird in privatwirtschaftlich organisierten Papers publiziert und von staatlich finanzierten Hochschulen “zurückgekauft”, damit die Student_innen Zugang darauf haben – ein Widerspruch in sich.

Fahrradwege – Fahrradständer

Nach wie vor sind angenehme Fahrradwege in zahlreichen Hochschulstandorten eher selten: eine schmale Spur auf der Straße, umständlich über irgendwelche verwinkelten Seitenstraßen oder gar direkt auf der gleichen Spur mit den Autos – nicht gerade das, was den Start in den Tag angenehm machen würde. Das Fahrrad als leistbares und nachhaltiges Mittel zur Mobilität ist für Student_innen in vielen Hochschulen längst unersetzlich – ein stadtplanerisches Umdenken an den Hochschulstandorten ist notwendig, damit nachhaltige, selbstbestimmte Mobilität vorangetrieben werden kann.

Österreichweites Studi-Ticket

Die GRAS hat sich schon in der Vergangenheit in Bezug auf das österreichweite Ticket für Student_innen eingebracht und wird die Verhandlungen mit den zuständigen Ministerien aufrecht erhalten. Dieses Projekt der vergangenen Exekutive muss weitergeführt werden!